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EU mal ohne Krise: Essen in Brüssel.

Die Kisten sind gepackt. Au revoir Bruxelles. Zeit für eine kleine Inventur. Übrig bleiben einige Delhaize-Tüten, ein angebrochenes Glas Spekulatius-Creme, eine halbe Flasche Wein (das sollte aber kein Problem werden) und das ein oder andere Kilo – angesichts der vielen guten Restaurants hier. Welche uns ans Herz gewachsen sind?

Diese hier!

Im Frühjahr 2011 hat das Neptune (Rue Lebroussart, Ixelles) aufgemacht. Ein französischer Koch aus dem Haute Savoie hat sich seinen Traum vom eigenen Restaurant verwirklicht. Nur wenige Tische, ein tolle und entspannte Einrichtung – und vor allem: eine Fusionküche mit Produkten aus Haute Savoie und Belgien. Es gibt nur ein Menü, fünf Gänge für 38 Euro und wählen kann man nicht. Also nichts für Vegetarier oder Menschen mit klaren Vorlieben und Abneigungen. Für alle anderen: Ein toller Abend. Wie immer gilt: Unbedingt reservieren.

Weniger neu, aber einfach gut ist La canne en ville (Rue de la Reforme, Ixelles). Seit 1983 empfängt Corinne Noël hier ihre Gäste. Und das sehr herzlich und bei einer französischen-modernen Küche (und einem Händchen für tolles Fleisch). Im Frühling und Sommer scheint die Abendsonne perfekt auf die wenigen Tische vor dem Restaurant.

Nein, auf afrikanische Küche hatten wir keine Lust. Deshalb blieben wir dem Viva m’boma eine gute Weile fern. Bis wir gelernt haben: Viva m’boma ist der alte Brüsseler Dialekt und bedeutet „Es lebe die Oma“. Und dann sind wir hin. Eine ehemalige Metzgerei, eine „originale“ Chefin und schwere, belgische Küche. Wildschweinzungenterrine als Vorspeise, danach gibt’s Onglet mit Zwiebeln. Oder auch Stoemp mit Saucisses. Eher was für den Winter. Und eher was nach einem Tag harter Arbeit auf dem Feld. Aber: Modernes Ambiente für traditionelle Speisen. Hingehen.

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Über das Bonsoir Clara (Rue Dansaert, Bruxelles) haben wir schon geschrieben. Und auch am Ende der Zeit bleibt es ein wirklicher Tipp.

Und ja, bitte auch: La Cuisine (moderne französische Küche mit leichtem asiatischen Einschlag), das Pilzrestaurant Café des Spores (zum Beispiel mit einem Hauptgericht aus Shitakepilzen, Chorizo und Graupen) oder auch das kitschig-sympathische Au vieux Bruxelles.

Was gehört noch zum Essen in Brüssel? Natürlich die Märkte, vor allem auf dem Parvis St. Gilles (Samstags bis 14 Uhr) oder auf dem Chatelain (allerdings eher, um dort Wein zu trinken – Mittwoch abends). Dazu die Fritten am Place Jourdain, doch noch ein Tick besser als am Place Flagey. Und laut New York Times die besten Fritten der Welt. (Allerdings – so richtig Ahnung haben die Amis davon ja auch nicht). Die Sauce bitte à part bestellen und dann in die Sonne setzen oder in eine der Kneipen gehen. Dann die Meeresfrüchteplatte im Toucan sur Mer. Dazu später mehr.

Und auf der Liste der unbesuchten Restaurant bleiben noch das Chou am Place de Londres, das En face du parachute, das le monde est petit. Aber dann kommen wir halt noch einmal wieder.

Denn nicht vergessen: Cuisiner est un acte d’amour.

11 Comments

  1. Florian

    Und was ist mit dem Belgo Belge? Ich fand’s enorm nett (und lecker) da, was aber ja auch an der Begleitung gelgen haben mag.

    • Stimmt, die Muscheln waren wirklich sehr gut. Und die Fritten auch. Nur die Foie Gras – Vorspeise war eher nix. Aber wird noch ergänzt!
      Mal ganz unabhängig von der netten Begleitung. :)

  2. Haase

    Was mich interessiert, gibt es eigentlich auch speziell belgische Weine oder wird dorten nur französische Ware getrunken? Also ich vermute bei den Wallonen sicherlich, aber in Flandern? Ich frage, weil ich Lebouquet.org immer noch von den klassischen Weinanbaugebieten (Italien, Spanien, Frankreich und Griechenland) etwas lese und die kleineren Länder immer durchs raster fallen.

    • In der Tat gibt es – auch recht gute – belgische Weine, sowohl in Flandern als auch der Wallonie. Was uns gut geschmackt hat: Cremant aus Luxembourg.

    • In der Tat. Aber wir mildern die Berliner Strenge erstmal mit einem Urlaub an den Calanques und an der Ardeche ab. Dann geht’s. :)

  3. … für die kommenden Restaurantbesuche habt ihr natürlich ein Urlaubsgästezimmer (- falls nicht schon überbucht ;-) ) bei uns sicher! Es sollten dann vielleicht auch „La soeur du patron“ (mit Freunden, schmakofatzfranzösisch u.ä), das „Switch“ (besonderer Rahmen, französisch contemporaine) oder das „kifkif“ (sehr erschwinglicher nordafrikanischer Kurzurlaub an den Étangs d’Ixelles) auf der Reso-Liste stehen… da begleite ich/ -n wir gerne ;-)…. ja, wahrscheinlich sollte ich auch noch viel mehr über die Restos hier in Bruxelles auf meinem Blog berichten… oder bei besseressen – da passt es ja hin ;-) Superschön gemacht, (besonders) die letzten beiden Einträge!

  4. Hach, danke für die weiteren Tipps. Das macht Lust! Switch waren wir aber schon. :) Insofern: Wir kommen bald vorbei und essen uns ein Wochenende gemeinsam durch die Stadt.

    Gastbeiträge über Restos Bruxelles übrigens immer gern. Platz ist hier ja genug. :)

  5. Super Zusammenstellung, die Frittenfrage (Flagey or Jourdan) wird wohl auf ewig unentschieden bleiben, ich vote auch für Maison Antoine. Heiss gehandelt wird auch St. Josse, Place Martin (da war ich aber noch nicht).

    Noch ein Restauranttipp „Bij den Boer“, Quai au Briques/Backsteenkaai
    (Nähe Ste Catherine)

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