Ob die Fischerin vom Bodensee wirklich “eine schöne Maid juchhe” war, wissen wir nicht. Aber wir wissen, dass es im Bodensee ganz ordentliche Fische gibt. Zum Beispiel Felchen. Und das ist eigentlich auch wichtiger. Deshalb gibt es heute eine leckere, frische Vorspeise: Terrine vom Bodenseefelchen, dazu Salat mit Kardamom-Limetten-Dressing.
Über Bodenseefelchen muss man nicht viel sagen. Eine bekannte Spezialität, helles, recht festes Fleisch, wohlschmeckend, Wappentier der ostdeutschen Stadt Zarrentin am Schaalsee (warum auch immer) und zur Beruhigung aller: nicht gefährdet. Man geht also zu einem der noch 150 Berufsfischer am Bodensee (oder halt zur schönen Maid), besorgt sich ein paar Felchen, lässt sie von ihm räuchern und dann geht’s los.
Für die Terrine:
In einen Mixer kommen zwei Scheiben Toastbrot (vorher gewürfelt und mit einem halben Becher Sahne begossen), Saft und fein abgeriebene Schale von einer Limette, drei Eigelbe, 250 Gramm Schmand, Salz, Pfeffer und 500 Gramm geräuchertes Felchenfilet. Alles fein mixen (oder mit dem Pürierstab pürieren).
Dann drei Eiweiße steif schlagen (gerne mit einer Prise Salz), dann Dill, Kerbel, Petersilie (jeweils einen Bund) fein hacken und beides zusammen vorsichtig unter die Masse heben. Und diese Masse kommt jetzt in die eckige und vorher gefettete Terrinenform, danach mit dem Deckel verschließen.
Den Ofen auf 180 Grad vorheizen. Die Terrinenform in eine tiefe Auflaufform und beides zusammen auf die mittlere Schiene des Ofens stellen. Kochend heißes Wasser in die Auflaufform gießen. (Wer es in die Terrinenform gibt, hat verloren. Aber da ist ja zum Glück der Deckel drauf). Ungefähr so viel, dass die Terrinenform zu zwei Dritteln im Wasser steht. Ofen zu und 50 Minuten im Ofen lassen.
Danach herausnehmen, mindestens 10 Minuten abkühlen lassen, Deckel abnehmen, Ränder der Masse vorsichtig mit einem Messer lösen und auf eine Platte stürzen. Toi, toi, toi – klappt aber.
Nun zum Salat:
Den Samen aus vier Kardamomkapseln befreien, mit zwei Teelöffeln weiterer Kardamomsamen im Mörser zermörsern. Dazu kommen dann der Saft von zwei Limetten, Salz, Cayennepfeffer und Honig, dann Olivenöl unterrühren.
Salat – bei uns gab es Rucola – vorbereiten, Möhren schälen und der Länge nach in dünne Streifen hobeln. Dazu kommen noch einige dünne Apfelscheiben.
Und nun anrichten (und aufessen).
Salat mit Möhren und Äpfeln auf den Teller geben, mit dem Dressing beträufeln. Ein geräuchertes Felchenfilet als kleines extra Geschenk noch dazulegen, dazu eine Zitronenscheibe und etwas Meerrettich. Dazu eine Scheibe der Terrine, die hoffentlich stehen bleibt – zumindest so lange, bis alle am Tisch sitzen und sagen: “Guten Appetit.”
PS: Für alle, die das große Unglück in ihrem Leben haben, nicht am Bodensee zu wohnen: Mit Forelle geht’s auch. Dazu Baguette und Weißwein vom Staatsweingut Meersburg.

Terrinen aller Art liebe ich :-) Das Rezept probiere ich mal aus. Da ich hier keine Bodenseefelchen bekomme, versuche ich es mit Lachsforelle.
Übrigens Zarrentin am Schaalsee führt die Bodenseefelchen in ihrem Wappern, weil sich diese Tierchen unter dem Namen Renke zuhauf im Schaalsee tummel(ten). Als Renken sind sie auch im Ammersee zu finden ..Die Zarrentiner sagen ja, die Fische in ihrem Wappen seinen Edelmaränen. So geht’s, wenn man sich unter verschieden Namen in allen Gewässern tummelt ;-)
Hmm, das klingt gut. Eine Fischterrine würde auch gut mit Spargel harmonieren, bringt mich auf eine Idee! Danke
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